Zusatzbeitragssatz 2017

Seit 1. Januar 2015: Der kassenindividuelle Zusatzbeitrag
Jede Krankenkasse kann seit dem 1. Januar 2015 einen einkommenabhängigen Zusatzbeitrag erheben. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen lag im Jahr 2015 bei 0,9 Prozent. Die neuen Gesetze (u.a. Krankenhausstrukturgesetz) führen dazu, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen zum 1. Januar 2016 auf 1,1 Prozent erhöht wurde. Ab dem 1. Januar 2017 beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz weiterhin 1,1 Prozent. Die anstehenden Kostensteigerungen aller gesetzlichen Krankenkassen wurden durch einen Zuschuss aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds kompensiert.


Was bedeutet das für Sie?
Mit dem Beschluss unseres Verwaltungsrates vom 9. Dezember 2016 wurde auch unser Zusatzbeitragssatz ab dem 1. Januar 2017 auf 1,1 Prozent festgelegt. Insgesamt beträgt der Beitragssatz 15,7 Prozent und er berechnet sich aus Ihrem Bruttoeinkommen.


Sie wollen mehr als nur eine Standardversorgung?
Das haben wir uns gedacht! Daher bleiben wir auch in Zukunft unserer Philosophie treu: Wir werden vorausschauend und solide wirtschaften und dabei unser Leistungsniveau auf dem hohen Standard halten, auf dem es sich derzeit befindet. Ein Vergleich der Leistungen lohnt sich deshalb in Zukunft erheblich.

Uns ist wichtig, dass Sie auch in Zukunft viel für Ihre Gesundheit tun und dabei möchten wir Sie weiterhin unterstützen.


Was passiert eigentlich mit den Beitragseinnahmen?
Auch wenn wir Ihre Beiträge einziehen oder Sie diese an uns überweisen, dürfen wir sie nicht behalten. Noch am gleichen Tag werden die Beiträge inklusive dem Zusatzbeitrag an den Gesundheitsfonds weitergeleitet. Der Gesundheitsfonds wird vom Bundesversicherungsamt in Bonn verwaltet.

In einem sehr komplizierten Verfahren berechnet das Bundesversicherungsamt die Beiträge, die dann aus dem Gesundheitsfonds an uns zurück überwiesen werden. Der Betrag pro Versicherten berücksichtigt dabei alters-, geschlechts- und krankheitsbezogene Einflüsse. Dadurch sollen die unterschiedlichen Versichertenstrukturen berücksichtigt und ausgeglichen werden.

 

Wichtige Fragen und Antworten zum Zusatzbeitragssatz

  • Wer entscheidet über den Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse?

    Wer entscheidet über den Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse?

    Krankenkassen können seit 2015 durch Satzungsbeschluss einen Zusatzbeitrag zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens erheben. Dieser ist individuell und von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich. Der Zusatzbeitrag wird dann erhoben, wenn der Finanzierungsbedarf einer Krankenkasse durch die Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds nicht gedeckt ist.

  • Wenn meine Krankenkasse einen hohen Zusatzbeitrag nimmt – kann ich dann problemlos wechseln?

    Wenn meine Krankenkasse einen hohen Zusatzbeitrag nimmt – kann ich dann problemlos wechseln?

    Wenn die Krankenkasse erstmalig einen Zusatzbeitrag erhebt oder ihren Zusatzbeitragssatz erhöht, kann der Versicherte seine Krankenkasse auch ohne Einhaltung der grundsätzlich bestehenden 18-monatigen Bindungsfrist wechseln. Hier räumt der Gesetzgeber ein Sonderkündigungsrecht ein.

    Beispiel:

    Sonderkündigungsrecht bei Einführung eines Zusatzbeitrages

    Versicherungspflichtiger Arbeitnehmer, Beginn der Mitgliedschaft 01.11.2016
    Kassenindividueller Zusatzbeitrag in Höhe von 1,3 % ab 

    01.01.2017

    Sonderkündigung möglich bis   31.01.2017
    Krankenkasse muss ihrer Hinweispflicht nachkommen bis 31.12.2016

     

    Eingang der Sonderkündigung am  17.01.2017

    Lösung:
    Die Mitgliedschaft endet am 31.03.2017. Voraussetzung dafür ist, dass innerhalb der Kündigungsfrist eine neue Krankenkasse gewählt und der zur Meldung verpflichtenden Stelle bis zum 31.03.2017 eine Mitgliedsbescheinigung vorgelegt wird.

     

    ACHTUNG: Kein Sonderkündigungsrecht haben jedoch Mitglieder, deren besondere Mindestbindungsfrist wegen der Versicherung im Wahltarif „Krankengeld“ noch nicht abgelaufen ist. Dieser Personenkreis kann erst nach Ablauf der Mindestbindungsfrist regulär kündigen. 

  • Was passiert, wenn das Mitglied von seinem Sonderkündigungsrecht nicht rechtzeitig Gebrauch macht und die Frist nicht einhält?

    Was passiert, wenn das Mitglied von seinem Sonderkündigungsrecht nicht rechtzeitig Gebrauch macht und die Frist nicht einhält?

    Dann ist eine reguläre Kündigung möglich, wobei die dafür erforderlichen Voraussetzungen vorliegen müssen, insbesondere die Erfüllung der Mindestbindungsfrist.

  • Was ist mit den mitversicherten Familienangehörigen?

    Was ist mit den mitversicherten Familienangehörigen?

    Die beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen haben kein eigenes Sonderkündigungsrecht, sind aber analog zum Mitglied ab dem ersten Tag in der neuen gesetzlichen Krankenkasse mitversichert. Auch dort haben sie Ansprüche gemäß dem gesamten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

  • Wann bekommt der Versicherte nach Krankenkassenwechsel eine neue elektronische Gesundheitskarte?

    Wann bekommt der Versicherte nach Krankenkassenwechsel eine neue elektronische Gesundheitskarte?

    Wie bei jedem anderen Krankenkassenwechsel auch, gilt die Chipkarte der alten Krankenkasse bis zum letzten Tag der Mitgliedschaft in dieser Krankenkasse. Sobald die Anmeldung bei der neuen Krankenkasse erfolgt ist, wird diese die Auslieferung einer neuen Karte übernehmen. 

  • Was muss beim Krankenkassenwechsel beachtet werden, wenn ein Mitglied ein „Pflegefall“ ist bzw. nicht geschäftsfähig ist?

    Was muss beim Krankenkassenwechsel beachtet werden, wenn ein Mitglied ein „Pflegefall“ ist bzw. nicht geschäftsfähig ist?

    Bei dieser Versichertengruppe ist beispielsweise der Rentenversicherungsträger angehalten, eine neue Krankenkasse auszuwählen. Um den Eintritt in eine neue Krankenversicherung sollten sich sicherheitshalber aber auch die Angehörigen des Pflegebedürftigen kümmern. Ist der Pflegebedürftige alleinstehend, kann sich das Pflegeheim bzw. ein amtlich bestellter Betreuer um den Krankenkassenwechsel einer nicht geschäftsfähigen Person bemühen.

  • Welche Besonderheiten und Ausnahmen gelten hinsichtlich des Zusatzbeitrags?

    Welche Besonderheiten und Ausnahmen gelten hinsichtlich des Zusatzbeitrags?

    Für einige Personengruppen gilt nicht der Zusatzbeitragssatz der jeweiligen Krankenkasse, sondern der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz (2017: 1,1 Prozent). Dies betrifft vor allem Versicherte, deren Beiträge regelmäßig von Dritten getragen werden, so z. B. Geringverdiener wie Auszubildende mit einem Arbeitsentgelt bis 325 Euro/Brutto im Monat. Hier übernimmt der Arbeitgeber den Zusatzbeitrag. Das gleiche gilt auch für Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, für Personen, die in Einrichtungen der Jugendhilfe für eine Erwerbstätigkeit befähigt werden sollen. Den Zusatzbeitrag in Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrages übernimmt der Leistungsträger. Auf weitere beitragspflichtige Einnahmen dieser Mitglieder findet jedoch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag Anwendung.

  • Gibt es auch die Möglichkeit, vom Zusatzbeitrag befreit zu werden?

    Gibt es auch die Möglichkeit, vom Zusatzbeitrag befreit zu werden?

    Beitragsfreiheit – auch im Hinblick auf den Zusatzbeitrag – besteht nur, soweit das Mitglied Kranken-,Mutterschafts-, Eltern- oder Betreuungsgeld bezieht. Werden daneben weitere Einnahmen erzielt, findet der kassenindividuelle Zusatzbeitrag Anwendung.

  • Was gilt für Rentner?

    Was gilt für Rentner?

    Für versicherungspflichtige Rentner gilt ab dem 1. Januar 2017 auch weiterhin der Zusatzbeitragssatz von 1,1 Prozent.

    Bei Rentnern und Beziehern von Betriebsrenten wirken sich Beitragsveränderungen immer erst mit einer zweimonatigen Verzögerung aus. Hintergrund für die spätere Änderung ist, dass den Rentenversicherungsträgern und den Zahlstellen von Versorgungsbezügen zur Systemumstellung eine Übergangsfrist von 2 Monaten eingeräumt wird.

  • Was gilt für ALG II-Empfänger?

    Was gilt für ALG II-Empfänger?

    Für Bezieher von Arbeitslosengeld II  gilt nicht der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz, sondern der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz. Dieser ist immer zu erheben, d. h. unabhängig davon, ob die Satzung der jeweiligen Krankenkasse einen Zusatzbeitrag vorsieht oder nicht und wird vom Leistungsträger getragen.


    Werden allerdings von dem Versicherten neben dem ALG II weitere beitragspflichtige Einkünfte bezogen, wird auf diese zusätzlichen Einkünfte der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz erhoben. In diesem Fall trägt also das Mitglied selbst den Zusatzbeitrag.

  • Was gilt für Selbstzahler?

    Was gilt für Selbstzahler?

    Bei Selbstzahlern gilt, dass der individuelle Zusatzbeitrag der Krankenkasse zusammen mit dem übrigen Krankenversicherungsbeitrag vom Mitglied selbst gezahlt werden muss, d. h. das sogenannte  Quellenabzugsverfahren (automatischer Einzug vom Gehaltskonto) gilt nicht