An dieser Stelle möchte wir Ihre Fragen beantworten und Ihnen wichtige Informationen mitteilen. Damit Sie immer auf dem aktuellen Stand bleiben, pflegen wir diese Übersicht laufend. Rufen Sie uns gerne an unter ✆ 05651 7451-0 oder schicken Sie uns eine E-Mail an marketing@bkk-wm.de wenn Sie eine Frage haben, die hier noch nicht beantwortet wurde. Diese nehmen wir gern hier auf.

Infos für Pflegeeinrichtungen

Nach heutigem Kenntnisstand verläuft eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) besonders bei älteren und von Vorerkrankungen betroffenen Menschen schwerwiegend. Um diese Personengruppe gegen das Infektionsrisiko bestmöglich zu schützen sowie die Pflegedienste und – einrichtungen zu entlasten, wird vorläufig bis Ende Mai 2020 auf die Durchführung von Qualitätsprüfungen nach § 114f SGB XI verzichtet. Das gilt für die ambulanten, teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen.

Infos für Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten und Podologen

Die Unterbrechungsfrist von 14 Kalendertagen für Heilmittelverordnungen wird nicht geprüft. Voraussetzung dafür ist, dass der letzte Behandlungstag vor der Unterbrechung nach dem 17. Februar 2020 liegt.

Gleiches gilt für den Behandlungsbeginn von 14 Kalendertagen für die Leistungen der Physiotherapie, Ergotherapie sowie für die Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie bzw. von 28 Kalendertagen für Podologie und Ernährungsberatung. Voraussetzung ist, dass der Vertragsarzt auf der Verordnung den späteren Behandlungsbeginn vermerkt hat. Diese Regelungen betreffen alle Verordnungen, die nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt wurden.

Ebenso ist eine Teilabrechnung bereits erbrachter Leistungen möglich. Die Zwischenabrechnung erfolgt unter Vorlage der Originalverordnung sowie der Empfangsbestätigung des Versicherten bei den von den Krankenkassen benannten Abrechnungsstellen. Wichtig ist, dass die Rechnung als Zwischenabrechnung gekennzeichnet ist. Nach Abschluss der Behandlungsserie erfolgt dann die Endabrechnung in gewohnter Weise. Da das Original der ärztlichen Verordnung bei der Zwischenabrechnung beigelegt ist, reicht nun eine Kopie aus. Der vertraglich vereinbarte Grundsatz, dass Abrechnungen nur einmal monatlich mit der Krankenkasse möglich sind, wird ausgesetzt. Somit können beendete oder abgebrochene Verordnungen zeitnah abgerechnet werden.

Ist eine Heilmittelverordnung nicht richtlinienkonform durch den Vertragsarzt/-ärztin ausgestellt, können notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen auf dem Verordnungsblatt selbst vorgenommen werden. Diese Ausnahmen betreffen zum Beispiel die Art des Heilmittels und die Verordnungsmenge. Das bedeutet, dass notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen der Verordnungen nicht durch den Arzt bestätigt oder abgezeichnet werden müssen. Tragen Sie bitte auf der Rückseite der Verordnung unten links Ihre Begründung ein und bestätigen Sie die Angaben mit Datum und Ihrem Handzeichen.

Bitte beachte Sie jedoch, dass es sich hier um zeitlich befristete Regelungen bis zum 31. Mai 2020 handelt.

Infos für Hebammen

Bis Mitte Juni können Hebammen verstärkt auf die Beratung oder Kursteilnahme per Videotelefonie zurückgreifen. So bleibt die Versorgung von Schwangeren und Müttern im Wochenbett in dieser außerordentlichen Situation aufrechterhalten und mögliche Verdienstausfälle für freiberufliche Hebammen können minimiert werden.

Für eine kurze Beratung von Schwangeren konnten Hebammen bereits bisher Kommunikationsmittel wie das Telefon einsetzen. Künftig ist das übergangsweise auch für mehr als 20 Minuten über Videotelefonie möglich, wenn Frauen Hilfe bei Beschwerden in der Schwangerschaft brauchen und eine kurze telefonische Beratung nicht ausreicht. Ähnliches gilt für die Betreuung von Frauen im Wochenbett und Frauen in der Stillphase.

Auch Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse können Hebammen im Moment übergangsweise als digitalen Live-Kurs anbieten und technisch bereitstellen. Ton und Bild müssen eine Echtzeitkommunikation ermöglichen, damit können die Teilnehmenden wie bei einem normalen Kurs Fragen stellen und die Hebamme kann diese beantworten. Den Versicherten dürfen dabei keine Nutzungskosten entstehen. Einzige Einschränkung: Die Kursteilnehmerinnen müssen der „Zuschaltung“ via Internet explizit vorab zustimmen, ansonsten ist eine Teilnahme nicht möglich.

Die Begrenzung beim Abrechnen von Wegegeld kann unter bestimmten Bedingungen vorübergehend ausgedehnt werden: von 25 Kilometer je einfacher Strecke wird sie auf 50 Kilometer je einfacher Strecke angehoben. Das bedeutet für die Versicherten: Ist eine Hebamme im Umfeld von 25 Kilometern nicht verfügbar, da für sie z. B. eine Corona-Quarantäne gilt, zahlen die Krankenkassen auch Fahrten von Hebammen, die bis zu 50 Kilometer entfernt von der Versicherten praktizieren.

Infos für die Abrechnung ambulanter Pflegedienste

Auch hier werden wir mit Maßnahmen versuchen, die Abrechnung in den besonderen Zeiten der Corona-Krise einfach und unbürokratisch zu gestalten. Grundsätzlich sind die Leistungsnachweise für eine Abrechnung mit den Krankenkassen zu unterschreiben. Die Landesverbände der Krankenkassen erklären sich aktuell jedoch bereit, auf die unterschriebenen Leistungsnachweise zur Abrechnung der ambulanten Pflegeleistungen für die Monate März und April 2020 zu verzichten. Dies gilt für den Fall, dass die Leistungsnachweise nicht unterschrieben werden können, weil die Angehörigen oder Betreuer nicht zur Verfügung stehen.

Einige Pflegedienste haben in der Vergangenheit den Leistungsnachweis per Fax dem Betreuer zur Unterschrift vorgelegt. Dieses Verfahren kann selbstverständlich auch jetzt angewendet werden.

Da die Sonderregelungen zur Zahlung von Pflegeleistungen ohne unterschriebenen Leistungsnachweis nur während der Coronakrise zur Anwendung kommen, haben wir noch einen Tipp für Ihre Abrechnung: Bitte vermerken Sie auf dem Leistungsnachweis den besonderen Umstand (z.B.: Angehöriger nicht greifbar – Corona-Ausnahmeabsprache). Fehlt der Vermerk ist mit einer Abweisung der zur Zahlung eingereichten Leistungsnachweise zu rechnen.

Infos zur Videosprechstunde

Sie sind Arzt/Ärztin oder Psychotherapeut/in? Dann können Sie ab sofort ihren Patienten in unbegrenztem Umfang Videosprechstunden anbieten. Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben die Aussetzung bestehender Begrenzungsregelungen beschlossen. Mehr dazu finden Sie auf der Seite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Infos für Kursleiter/Kursleiterinnen

Nachholtermine

Kurseinheiten von Präventionskursen, die aufgrund der Corona-Epidemie unterbrochen werden mussten, können bis 31.12.2020 nachgeholt werden.

Abrechnung einzelner Kurseinheiten

Sofern es nicht möglich ist einen Präventionskurs zu 80 % zu besuchen, können die bisher absolvierten Kurseinheiten bei der jeweiligen Krankenkasse zur Abrechnung eingereicht werden. Bitte stellen Sie die Teilnahmebescheinigungen mit den tatsächlich absolvierten Kurseinheiten aus. Sofern Sie die Kursgebühr vollständig rückerstattet haben, dürfen Sie keine Teilnahmebescheinigung ausstellen. Bei teilweiser Kursgebühr-Rückerstattung ist auch nur der tatsächlich vom Versicherten geleistete Beitrag auf der Teilnahmebescheinigung anzugeben.

Weiterführung von Präventionskursen

Anbieter und Kursleiter haben nach Abstimmung mit den Teilnehmenden die Möglichkeit zertifizierte Präventionskurse auf digitalem Wege (z.B. als Live-Übertragung) bis spätestens 31.12.2020 fortzuführen und zu beenden, sofern eine Unterbrechung des Kurses durch die Corona-Epidemie notwendig ist.

Befristete Änderung Präsenzverpflichtung

Bei Programmeinweisungen und Zusatzqualifikationen wird bis zum 30.9.2020 von der Präsenzverpflichtung des Leitfadens Prävention abgewichen. Beide Nachweise können zeitlich begrenzt auf digitalem Wege (Live-Übertragung, Skype etc.) erbracht und mit der Kursprüfung bei der Zentrale Prüfstelle Prävention eingereicht werden. Bitte beachten: Eine reine Wissensvermittlung z.B. über Datenträger ohne Korrektur- und Rückkopplungsmöglichkeiten zu den Teilnehmenden ist ausgeschlossen.

Die Inanspruchnahme der Sonderregelung ist nur unter folgender Voraussetzung gestattet:

Sofern Programmeinweisungen und Zusatzqualifikationen auf digitalem Wege absolviert und bei der Zentrale Prüfstelle Prävention eingereicht werden, muss zusätzlich ein Dokument mit dem Titel „Bestätigung Absage Präsenzveranstaltung“ beigefügt werden. Aus dem Dokument muss hervorgehen, welche konkrete Präsenzveranstaltung bei welchem Anbieter aufgrund der Corona-Epidemie nicht besucht werden konnte.

Folgende Inhalte sind auf dem Dokument aufzuführen: 

  • Dokumenttitel: Bestätigung Absage Präsenzveranstaltung
  • Name und Adresse des Anbieters sowie des Ansprechpartners
  • Titel der entfallenen Veranstaltung
  • Datum der entfallenen Veranstaltung (sofern möglich)
  • Unterschrift des Veranstalters (alternativ des Antragstellers)

Eine Vorlage dazu wird zeitnah auf der Internetseite der Zentrale Prüfstelle Prävention hinterlegt. Die Zertifikate der Zentrale Prüfstelle Prävention, die unter den oben genannten Voraussetzungen erteilt werden, sind für 1,5 Jahre gültig. Präsenzveranstaltungen sind dann nachzuholen. Die formulierten Sonderregelungen treten ab sofort in Kraft.

Durchführung von Präventionskursen als Live-Übertragung möglich

Anbieter und Kursleiter haben nach Abstimmung mit den Teilnehmenden die Möglichkeit, zertifizierte Präventionskurse vorübergehend z. B. als Live-Übertragung durchzuführen, sofern die Kurse aufgrund der Kontaktbegrenzungen nicht als Präsenzveranstaltungen stattfinden können. Diese Sonderregelung gilt sowohl für bereits begonnene Kurse als auch für Kurse, die noch beginnen werden (Stichtag 25.03.2020). Die Regelung ist zeitlich befristet. Bis zum 30. September 2020 müssen diese Kurse abgeschlossen werden. Einzelne Einheiten von Kursen, die aufgrund der Corona-Epidemie unterbrochen werden mussten, können bis 31.12.2020 nachgeholt werden. Alle Anbieter und Kursleiter sollten dies in ihre Planungen einbeziehen. Kompaktangebote sind in die Regelung eingeschlossen.

Bitte beachten Sie: Zertifizierte Präventionskurse, die statt eines Vor-Ort-Termin als Live-Übertragung stattfinden, sind keine IKT-Angebote gemäß Leitfaden Prävention. Eine Anerkennung als IKT-Angebot ist somit ausgeschlossen.

Was ist bei der Durchführung eines Präsenzkurses als Live-Übertragung zu beachten?
Ein zertifizierter Präventionskurs, der als Vor-Ort-Veranstaltung konzipiert ist, sollte sich im Fall einer Live-Übertragung vollständig an der Durchführung als Präsenzveranstaltung orientieren. Für die Qualität des Kurses und das Gelingen des zertifizierten Präventionskurses ist der Anbieter bzw. Kursleiter verantwortlich. Zur Herstellung der Transparenz sollte der Anbieter bzw. Kursleiter den Teilnehmenden im Vorfeld konkret erläutern, wie die Live-Übertragung ablaufen wird.

Für die Übertragung wird den Anbietern und Kursleitern empfohlen, möglichst auf zertifizierte Videodienstanbieter zurückzugreifen.

Grundsätzlich sind die Teilnehmenden im Vorfeld darüber zu informieren, welche datenschutzrechtlichen Zustimmungen bei der Nutzung einer Videoplattform notwendig sind. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, ob er damit einverstanden ist.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Zentrale Prüfstelle Prävention.

Zentrale Prüfstelle Prävention